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Hospiz- und Palliativpflege - was ist der Unterschied?

Von Melanie Schiele

Zwei Menschen halten Hände. In der Palliativversorgung steht Nähe und Zuwendung im Vordergrund

 

Nicht immer kommt der Tod überraschend. Oft kündigt er sich lange vorher an, etwa im hohen Alter oder bei einer unheilbaren Krankheit. Sterbenskranken Menschen steht in Deutschland ein Netz an Einrichtungen und Fachleuten zur Verfügung, die sie auf dem letzten Weg begleiten. Häufig fällt dabei das Wort Palliativversorgung.

Was bedeutet Palliativversorgung?

Das Wort stammt vom lateinischen „pallium“, was so viel wie Mantel bedeutet. Gleich einem Mantel möchte die Palliativpflege einen schützenden Mantel um ihre Patienten legen. Nicht mehr Heilung ist das Ziel, sondern ein schmerzfreies und würdiges Leben bis zum Schluss.

Die medizinische Betreuung in der Palliativpflege zielt nicht mehr auf die Ursache von Krankheiten ab, sondern auf die Linderung von Symptomen.Die medizinische Betreuung in der Palliativpflege zielt nicht mehr auf die Ursache von Krankheiten ab, sondern auf die Linderung von Symptomen.      Foto: David Pereiras, stock.adobe.com

 

Das geschieht durch einen ganzheitlichen Ansatz aus medizinischer Versorgung und menschlicher Zuwendung. Auch im Wort „Hospiz“ ist ein solcher Ansatz erkennbar. Ebenfalls vom lateinischen „hospitium“ (Herberge) abgeleitet unterstreicht es den Ansatz, ein schützendes Umfeld für Patienten zu bilden.

Welche Formen der Palliativversorgung gibt es?

Unterscheiden muss man dabei drei verschiedene Einrichtungen: Palliativstationen in Krankenhäusern, stationäre Hospize und ambulante Hospizdienste. In der Palliativstation werden Schwerstkranke medizinisch betreut. Das Ziel ist es, deren Zustand so weit zu verbessern, dass die Patienten wieder entlassen werden können. Zusätzlich zur medizinischen Versorgung bieten  Fachkräfte psychologische und seelsorgerische Zuwendung. Hospizdienste – sowohl stationär als auch ambulant – haben ihren Schwerpunkt darin, die Lebensqualität von Sterbenden in ihrer verbleibenden Zeit zu verbessern. Stationäre Hospize sind oft kleine, familiäre Einrichtungen mit 9 bis 16 Zimmern, in denen Patienten betreut und umsorgt werden. Ambulante Hospizdienste erbringen diese Leistung im häuslichen Umfeld der Patienten. Zusammengefasst:

  • Palliativstation: Stationen in Krankenhäusern, in denen Schwerstkranke behandelt werden. Nicht nur medizinisch, sondern auch palliativ, das heißt durch Zuwendung und Nähe. Das Ziel ist, den Zustand der Patienten bis hin zur Entlassung zu verbessern.
  • Hospiz: Einrichtung, in der Schwerstkranke ihre verbleibende Zeit verbringen können. Im Vordergrund steht, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern, sie im Sterben nicht alleine zu lassen.
  • Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV): Meist Ehrenamtliche begleiten Schwerstkranke in deren häuslichem Umfeld oder in Pflegeeinrichtungen bis zum Tod.

 

In der Palliativversorgung steht Nähe und Zuwendung im Vordergrund.           Foto: galiitskaya, stock.adobe.com

 

Wie bekommt man einen Platz in einem Hospiz?

Grundsätzlich hat jeder unheilbar Kranke, unabhängig von Geschlecht, Religion, Alter oder sozialer Herkunft, ein Anrecht auf einen Platz im Hospiz. Voraussetzung ist ein Antrag des behandelnden Arztes oder Hausarztes. Dieser Antrag muss bei der Krankenkasse eingereicht werden.

Was kostet ein Hospiz und wer trägt die Kosten?

Ein Platz in einem stationären Hospiz kostet zwischen 200 und 300 Euro pro Tag, die Angebote variieren je nach Region. 95 Prozent dieser Kosten trägt die gesetzliche Krankenversicherung. Die verbleibenden fünf Prozent finanzieren die Hospize selbst durch Spenden oder Ehrenamtliche. Auf gesetzlich versicherte Patienten kommen keine Kosten zu. Das gilt sowohl für stationäre Einrichtungen wie auch für ambulante Hospizdienste. Privat Versicherte informieren sich am besten bei ihrer Pflegeversicherung, in welcher Höhe Kosten für Palliativbegleitung übernommen wird.

Gibt es Hospize auch für Kinder?

 

Es gibt spezielle palliative Einrichtungen für Kinder – sowohl stationär als auch ambulant.

Es gibt spezielle palliative Einrichtungen für Kinder – sowohl stationär als auch ambulant.     Foto: Photografee.eu, stock.adobe.com

 

Sind Kinder unheilbar und lebensverkürzend erkrankt, leidet die ganze Familie. Spezielle Kinderhospize oder Hospizdienste behandeln deshalb nicht nur die jungen Patienten selbst, sondern auch deren Umfeld. Psychologen, Seelsorger, Therapeuten, Mediziner und Ehrenamtliche begleiten und helfen, mit einer solchen Diagnose und den damit verbundenen Herausforderungen umzugehen. Meist verfügen sie auch über ein Netzwerk, in dem sich Betroffene austauschen können. Ansprechpartner sind etwa die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin und der Deutsche Hospiz- und Palliativverband.

Was passiert im Hospiz und in der Palliativpflege?

Patienten in Palliativversorgung sind ausnahmslos unheilbar und schwerstkrank. Es steht nicht mehr die Heilung im Vordergrund, sondern ein Aufrechterhalten der Lebensqualität bis zum Schluss. Die medizinische Behandlung richtet sich vordergründig gegen Symptome, nicht mehr gegen die Ursachen von Krankheiten. Oft geschieht dies in Form einer Schmerztherapie.

 

Zuwendung, Nähe, gemeinsam verbrachte Zeit – so erleichtert die Palliativversorgung unheilbar Erkrankten deren verbleibende Zeit.

Zuwendung, Nähe, gemeinsam verbrachte Zeit – so erleichtert die Palliativversorgung unheilbar Erkrankten deren verbleibende Zeit.         Foto: Photografee.eu, stock.adobe.com

 

Weitere palliative Ansätze sind menschliche Zuneigung, Wärme, ein offenes Ohr, gemeinsam verbrachte Zeit, Nähe. Dafür stehen Fachkräfte und geschulte Ehrenamtliche zur Verfügung, die den Patienten die verbleibende Zeit so angenehm wie möglich machen.