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Bestattungsarten im Überblick

Autor Jana Korczikowski

Bestattungsarten wie zum Beispiel „Tree-of-Life“  eignen sich für naturverbundene Menschen. Bestattungsarten wie zum Beispiel „Tree-of-Life“  eignen sich für zu Lebzeiten sehr naturverbundene Menschen. Foto: ImageESine, stock.adobe.com

Früher oder später macht sich wohl jeder einmal Gedanken um das Thema Tod und Sterben. Wie geht es danach weiter? Wo finden die Angehörigen Unterstützung? Und: Wie möchte ich selbst bestattet werden? Ein Überblick über die verschiedenen Bestattungsarten kann bei dieser Entscheidung helfen.

Der eigene Tod ist bestimmt kein angenehmes Thema. Und doch macht es Sinn, bereits zu Lebzeiten festzulegen, wie man einmal bestattet werden möchte. Damit nimmt man seinen Angehörigen, die sich sicher in keiner einfachen Situation wiederfinden werden, diese folgenschwere Entscheidung ab.

Um bestimmen zu können, wie man nach dem Tod beigesetzt werden will, sollte man sich einmal mit den verschiedenen Möglichkeiten beschäftigen. Grundsätzlich werden zwei Arten der Bestattung unterschieden:

Beide lassen sich jeweils weiter in Beisetzungsarten untergliedern. Daneben gibt es noch die seltener gewählte Körperspende sowie die sogenannte Kryonik, bei der der Leichnam privat konserviert wird. Ein großer Unterschied dabei: die Kosten der Bestattung.

Ein Überblick über die verschiedenen Bestattungsarten

Erdbestattung Feuerbestattung Kryonik Körperspende
Einzelgrab Urnenbeisetzung (auf dem Friedhof) Leichenkonservierung Plastination
Familiengrab Baumbestattung    
Gemeinschaftsgrab Luftbestattung    
  Seebestattung    
  Diamantbestattung    
  Almwiesenbestattung    
  Tree of Life    

 

Erdbestattung: Alles was Sie wissen müssen

Die traditionellste Art der Bestattung ist die Erdbestattung. Der Leichnam wird eingebettet in einen Sarg in ein Erdloch auf dem Friedhof gelassen – also beerdigt. Somit wird der Ort der Beisetzung zum symbolischen Ort des Gedenkens und der Erinnerung an den Verstorbenen. Es gibt die Möglichkeit der Beisetzung im Einzelgrab, Familiengrab oder Gemeinschaftsgrab. Ein Grab kann auf verschiedene Arten gestaltet werden, mit Grabstein oder ohne, mit Bepflanzung oder ohne. Wird ein pflegeleichtes Grab bevorzugt, so entscheidet man sich beispielsweise für eine Grabplatte anstelle eines Blumenbeetes.

Sie möchten mehr zur Erdbestattung erfahren? Dann finden Sie hier alle weiteren Infos.

Feuerbestattung mit Einäscherung im Krematorium

Die Feuerbestattung wurde in der Vergangenheit immer beliebter und ist mittlerweile die meistgewählte Bestattungsvariante. Da sie im eigentlichen Sinne aber nur die Kremation, also die Einäscherung, bedeutet, ist sie gar keine eigenständige Bestattungsform. Was mit der Asche danach passiert, muss also eigens entschieden werden. Und hier gibt es viele verschiedene Möglichkeiten.

Urnenbeisetzung der Asche auf dem Friedhof

Die Urnenbeisetzung ist die einzige Bestattungsart nach der Einäscherung, die auf dem Friedhof erfolgt. Streng genommen ist sie auch die einzige in Deutschland erlaubte. Die Urne ist das Gefäß zur Aufbewahrung der Asche. Ein Urnengrab ist dabei sowohl unter- als auch oberirdisch möglich. Die Beisetzung im Erdgrab kann in einem Gemeinschafts- oder Einzelgrab erfolgen, aber auch eine Beisetzung in einem Rasengrab ist denkbar. Für die oberirdische Beisetzung gibt es vielerlei Varianten. Eine häufig gewählte Grabform ist dabei die Urnenwand beziehungsweise das Kolumbarium mit mehreren einzelnen Nischen in einer Wand. Die Grabstelle ohne Pflegeaufwand wird in Deutschland immer beliebter, weshalb in den vergangenen Jahren auf vielen Friedhöfen, aber auch in Kirchen Kolumbarien geschaffen wurden.

Die Urnenbeisetzung ist eine der häufigsten Bestattungsarten in Deutschland. Die Urnenbeisetzung ist mittlerweile eine der am häufigsten gewählten Bestattungsarten in Deutschland. Foto: Anze, stock.adobe.com

Das Wichtigste rund um die Baumbestattung

Die Baumbestattung, die auch Waldbestattung genannt wird, zählt zu den Naturbestattungen. Sie setzt eine Kremation voraus und hat in Deutschland eine eher noch junge Geschichte. Gerade zu Lebzeiten naturverbundene Menschen wählen gerne diese Möglichkeit. Die Asche des Verstorbenen wird dabei in der Nähe des Wurzelwerks eines Baumes beigesetzt. Es gibt auch sogenannte Bestattungswälder, in denen keine Erdbestattungen im Sarg vorkommen, sondern ausschließlich Baumbestattungen.

Seebestattung im Meer wie in der Nordsee oder Ostsee

Eine weitere Bestattungsart nach der Kremation ist die Seebestattung. Die Asche des Verstorbenen wird in einer speziellen, biologisch abbaubaren Urne vom Bord eines Schiffes aus ins Meer geschafft. Freigegebene Meeresgebiete gibt es in Deutschland in der Nord- und Ostsee, aber auch im Mittelmeer, im Atlantik oder im Pazifik. Angehörige können die Seebestattung an Bord begleiten und erhalten eine Seekarte mit dem genauen Ort der Beisetzung der wasserlöslichen Urne. Wenn gewünscht, können sie auch auf dem Schiff eine Trauerzeremonie abhalten.

Mehr zum Ablauf und den Kosten der Seebestattung erfahren Sie hier.

Luftbestattung - die Asche verstreuen

Bei der Luftbestattung wird die Asche des Verstorbenen aus einem Heißluftballon, Flugzeug oder Hubschrauber heraus in die Luft gestreut. Da eine Abschiedsfeier aus Platzgründen nicht möglich ist, wird diese meist im Voraus abgehalten. Um eine Luftbestattung abhalten zu können, wird die Asche oft in ein benachbartes Land überführt, da diese Form der Bestattung in Deutschland nicht erlaubt ist. 

Diamantbestattung: In Deutschland verboten?!

Bei der Diamantbestattung wird nach der Einäscherung eventuell in der Asche verbliebener amorpher Kohlenstoff zu einem Diamanten veredelt. Manchmal werden auch Haare des Verstorbenen zur Verarbeitung hergenommen. In Deutschland ist diese Form der Feuerbestattung verboten. In anderen europäischen Ländern ist die Diamantbestattung dagegen erlaubt, zum Beispiel in der Schweiz.

Körperspende für die Forschung und Medizin

Bei der Körperspende wird zu Lebzeiten eine Einverständniserklärung unterzeichnet, damit der Körper nicht bestattet, sondern beispielsweise zu Forschungszwecken oder für die Organspende freigegeben wird. Eine Unterform der Körperspende ist die sogenannte Plastination. Durch diese patentierte Technik können natürliche anatomische Präparate originalgetreu nachgebildet und konserviert werden, indem Wasser und Fette durch Kunststoff ersetzt werden. Ein bekanntes Beispiel der Anwendung ist die Ausstellung „Körperwelten“.

Strenge Regelungen zur Bestattung in Deutschland

Auch wenn der Trend zu alternativen Bestattungen geht, so müssen diese mit den Vorgaben des deutschen Friedhofsrechts konform gehen. In Deutschland gilt strikter Friedhofszwang und ausnahmslose Bestattungspflicht, wodurch bereits einige Bestattungsarten, die in anderen Ländern erlaubt und sogar etabliert sind, wegfallen. Folgende Arten der Bestattung sind in Deutschland somit nicht erlaubt:

  • Luftbestattungen

  • Diamantbestattungen

  • Flussbestattungen

  • Fels- und Almwiesenbestattungen

  • Beisetzungen im Garten

  • Eigene Aufbewahrung der Urne

  • Kryonik (Leichenkonservierung)

Auch die „Tree-of-Life“-Bestattung, bei der die Asche des Verstorbenen mit der Erde eines Baumes vermischt und dann an einem Ort der Wahl gepflanzt wird, ist in Deutschland aufgrund des Friedhofszwangs nicht erlaubt. Einen ähnlichen symbolischen Wert haben die ebenso verbotenen Diamant- und Weltraumbestattungen, bei denen ein Teil der Asche zu einem Diamanten verarbeitet beziehungsweise in den Weltraum geschickt wird.

Wie Sie jetzt für die von Ihnen gewünschte Bestattungsart noch das richtige Bestattungsunternehmen finden, lesen Sie hier.